Auf geht’s

“Ja, ja, das wird nie was,” das ist eine der Aussagen, die ich am meisten hasse. Gemeint in diesem Fall war diese Seite hier. Bereits vor gut acht Wochen hatte meine Freundin die Idee, ein Blog zu starten, in dem wir alles reinschreiben sollten und wollten, was wir so in der Zeit der Hochzeitsvorbereitungen erleben – oder auch nicht. Und was lag da näher als meine Seite und mein Blog “Best Wisches” zu nehmen. Gesagt, getan – von wegen. Zugegeben: Ich habe mich mit dem Layout schwer getan. Vor allem damit, überhaupt damit anzufangen. Aber hiermit ist der Anfang getan, der Beweis erbracht, dass es doch was geworden ist.

Ich lasse mich mal überraschen, was ich hier so alles reinschreibe. Am Anfang sicherlich vieles, was nicht mehr so tagesaktuell ist, aber nach einiger Zeit werden es wohl vor allem auch tagesaktuelle Posts sein, die hier veröffentlicht werden. Wir werden es sehen!

Kollegengespräch vs. Beitrag

1Live InterviewLetzte Woche war der Landeskongress der Jungen Liberalen NRW. Und es gab was zu feiern. Genauso wie der Bundesverband wurde auch der Landesverband vor 30 Jahren gegründet. Aus diesem Grund interessierte sich auch 1Live für uns. “Wie sieht der Nachwuchs die Lage der FDP?” war wohl die Überschrift des Autors, der fünf Kollegen und mich zum Interview um einen Tisch versammelt hatte. Über 30 Minuten wurden wir zur FDP, zu Inhalten und zu unserer Motivation befragt.

Am Montag dann konnten wir den Bericht hören, den der Autor gemacht hat. Die 1Live-Philosphie ist ja stets Kollegengespräche zu machen und keine Beiträge. Als Fan von 1Live find ich das grundsätzlich gut, allerdings zeigte das Format in dem speziellen Fall seine Schwächen. Denn von den über 30 Minuten O-Tönen kam genau einer von mir vor. Alles andere gab der Autor als indirekte Rede wieder. Das ist eigentlich schade, denn wir haben – wen wundert es, dass ich das schreibe – einige kluge Dinge gesagt. Aus rechtlichen Gründen darf ich an dieser Stelle leider den Mitschnitt hier nicht veröffentlichen. Als Fan der Urheberrechte weiÜ ich das natürlich zu respektieren.

Aber dennoch können wir zufrieden sein mit dem Beitrag. Natürlich geht es der FDP gerade nicht sonderlich gut. Wenngleich man schon sagen kann, dass die Tendenz nach der Sommerpause nach oben zeigt. Wenn jetzt bald dann die Aussetzung der Wehrpflicht kommt, wäre das ein toller Erfolg für die JuLis. Vor genau zehn Jahren waren es die JuLis, die es in die Programmatik der FDP eingebracht haben. Dieses Beispiel zeigt, dass es sich lohnt sich bei einer politischen Jungendorganisation zu engagieren. Und es widerspricht allen, die politikverdrossen sagen, man könne heutzutage eh nichts mehr verändern. Die da oben machen ihr Ding. Eben nicht!

Nicht nur für jedes JuLi-Mitglied, sondern auch für jeden Jugendlichen zeigt die Sache mit der Wehpflicht, dass es sich doch lohnt, einzusteigen und mitzumachen. Gerne bei den JuLis, aber gerne auch bei anderen Organisationen. Vielfalt ist was tolles!

Up vs. Down

Geschrieben: 30. September 2010, 19:40 Uhr IC zwischen Berlin und Münster

Eine Stadt zum Verlieben! Die Rede ist von San Francisco. Kleine Häuse, groÜe Wolkenkratzer, eine Riesebrücke, eine berühmt-berüchtigte Insel und ein ständiges Auf und Ab. Obwohl San Francisco zu den gröÜeren Städten an der Westküste zählt, waren wir vor Ort in der Lage nahezu alles zu FuÜ zu machen. Einzig die Golden Gate Bridge ist etwas weiter weg. Deswegen haben wir direkt am ersten Tag die Gunst unseres Mietautos genutzt und sind hingefahren. Da das Wetter eher einer Lotterie gleicht und sich der Himmel schneller dreht als eine Roulettekugel, haben wir eine wolkenfreie, nicht benebelte Brücke nur von weitem am letzten Tag gesehen. Trotzdem ist die Brücke ein Erlebnis. Leider war es uns vergönnt sie zu queren oder zu betreten. Denn geplant war mit dem Fahrrad rüber zufahren. Aber warum auch immer haben wir das in den paar Tagen nicht geschafft. Es gab aber auch einfach zu viel zusehen. Schöne Kirchen, viele tolle Ausblicke, wenn man mal wieder einen Hügel erklommen hatte und natürlich auch die Cable Cars. Damit zu fahren ist gleichsam teuer wie auch ein Erlebnis, das wir uns nicht haben nehmen lassen. Vorher allerdings hatten wir uns im entsprechenden Museum genau angeschaut, wie das Ding denn so fährt â?? durchaus beeindruckend.

Bei all der Vielfältigkeit der Stadt kann man gar nicht alles aufzählen, was die Stadt so besonders macht. Aber ich glaub es sind auch die kurzen Wege. Zu FuÜ durch die StraÜenschluchten zu gehen, die Cabel Car zu sehen und die vielen verschiedenen Gebäude zu betrachten, hat irgendwie was gemütliches. Am letzten Tag dann sind wir â??rüber gefahrenâ??. Alcatraz rief und wir sind dem Ruf gefolgt. Zwar war die Überfahrt mit über 20 US-Dollar recht teuer, aber dafür bekam einen Audio-Guide auf Deutsch, der einem den Zellentrack an den Geschichten von Häftlingen und Wärtern sehr gut beschrieb. Und die nächste Aufgabe ergibt aus seinem Besuch sofort: â??The Rockâ?? gucken und checken, wo Sean Connery und Niklas Cage so lang gelaufen sind und im richtigen Moment schreiben â??Da war ich schon…!â??

Alles in allem war auch San Francisco die Reise wert.

Sonne vs. Wolken

geschrieben: 26. September, 19:15 Uhr, Flughafen Stuttgart

Zwar ist der Urlaub nun schon wieder eine Woche Geschichte, aber dennoch will ich die Reiseberichte abschlieÜen und auÜerdem immer mal wieder eine Anekdote aus den USA einstreuen.

Die vorletzte Etappe unserer Reise an der Westküste war die Fahrt von LA nach San Francisco auf dem Küstenhighway. Das muss man sich so vorstellen: Westlich ist das Meer (logisch) nach Osten kommen dann Strand und/oder Küste und weiter östlich folgen höhere Berge. Eigentlich wird die Strecke gen Norden in fast jedem Führer empfohlen. Sie ist auch toll. Allerdings sollte das Wetter mitspielen. Bei uns tat es das nur bedingt. Offensichtlich wehte an diesem Tag der Wind von der Meereseite her und drückte die Wolken gen Küste. Allerdings nicht so stark, denn die Wolken blieben an den Bergen im Osten hängen. Daher fuhren wir die ganze Zeit unter eine Wolkendecke. Gen Osten, jenseits der Berge, war strahlender Sonnenschein und auch auf dem Meer selbst, waren kaum Wolken zu sehen.

So fuhren wir also die endlos langen Serpentinen hoch und wieder runter wohl behütet von einer Wolkendecke – Sonnenbrandrisiko gleich null. Trotzdem war die Strecke durchaus sehenswert. Zu sehen gibt es beispielsweise Seelöwen. Viele von denen liegen an einem Küstenabschnitt. Und entweder sie geben komische Geräusche von sich oder sie liegen einfach nur faul da. In jedem Fall aber stinken sehr. Irgendwie lustig.

Weniger zu empfehlen sind in die Orte Monterey und Carmel. Beide sind verschrien von den Schönen und Reichen bewohnt zu sein. Doch die Städte (wenn man überhaupt davon ob ihrer GröÜen sprechen kann ) haben wenig zu bieten. Auch das mag vielleicht dem Wetter geschuldet zu sein, denn auch dort war kein Sonnenschein. Aber, was soll ich schreiben, die waren einfach langweilig. Mehr gibt es dazu einfach nicht zu schreiben.

Alkohol vs. Hartz IV

Ehrlich gesagt, die aktuelle Debatte um die Hartz-IV-Regelsätze ärgert mich. Es passiert jetzt etwas, wovor FDP-Chef Westerwelle im Frühjahr – viel kritisiert – hervorgesagt hat. Es ist grundsätzlich in Ordnung darüber zu diskutieren, welcher Regelsatz von Nöten ist. Das halte ich aber für einen fortlaufenden Prozess. Aktuell ist es aber so, dass diese Diskussion vor dem Hindergrund läuft, dass das Verfassungsgericht gesagt habe, die Regelsätze müssten steigen. Das ist schlicht weg falsch! Der Aufhänger der Debatte ist also nicht gegeben. Das ist aber nur die eine Seite.

Auf der anderen Seite ärgert mich auch worüber inhaltlich debattiert wird und aus welchem Blickwinkel. Seit wann gibt es denn ein staatlich garantiertes Recht auf Rausch? Bei allem Verständnis für die Bezieher von Arbeitslosengeld II (ich mag den Ausdruck Hartz IV überhaupt nicht), aber wer fragt eigentlich mal, woher das Geld kommen soll? Aus meiner eigenen Familie weiÜ ich, was es heiÜt mit knapp 350 Euro im Monat auszukommen. Das ist mehr als hart und für den/die Betroffe(n) sowie die Familienangehörigen eine enorme Belastung. Wer sich – völlig zurecht – Gedanken über eine warme Mahlzeit für die Bezieher von Transferleistungen macht, wer ihnen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen will und wer ihnen auch das Rauchen und das Trinken von Alkohol ermöglichen will, muss sich Gedanken machen, wer das alles bezahlen soll.

Wo sind die Gedanken an die Berufseinsteiger, die  sich verwundert die Augen reiben, weil Netto kaum 50% des verdienten Lohnes übrig bleiben? Wo sind die Gedanken an den Schuldenberg des Bundes, der Länder und der Kommunen? Und wo sind die Gedanken an die jungen Menschen, die Kinder, die auf diesem Schuldenberg spielen müssen?

Die Frage, was muss der Staat denen, die in Not sind, geben, ist auch eine Ethische. Die Frage, was man der immer kleiner werdenden arbeitenden Bevölkerung (demographischer Wandel etc.) noch alles aufhalsen kann und was wir unseren Kindern morgen überlassen, ist aber eben auch eine ethisch-moralische Frage.

Vor diesem Hintergrund ist die Forderung nach über 400 Euro eine Unverschämtheit. Eine Unverschämtheit, weil sie genauso aus der Luft gegriffen ist, wie die alte Regelung, die das Verfassungsgericht in seiner Entscheidung im Frühjahr beanstandet hat. Sie ist eine Unverschämtheit, weil sich niemand dazu äuÜert, wer die Kosten dafür tragen soll. Und sie ist eine Unverschämtheit, weil sie nicht an den Kraftfahrer, an die Familien und die Erwachsenen von morgen denkt.

Es ist atmenberaubend in welchem Tempo sich ehemalige Regierungsparteien von ihren eigenen Beschlüssen von früher verabschieden und nun wieder einen Staat postulieren, der für alles zuständig ist und für alles Geld hat.

Von meiner Partei bin ich aber auch ein bisschen enttäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass sie sich nach dem sehr krawalligen Auftakt von Westerwelle (Stichwort spätrömische Dekandenz) aufmacht, die Probleme, die der Sozialstaat hat, nüchtern und ehrlich aufzeigt, Lösungswege erarbeitet und so ein Konzept entwickelt, mit dem alle im wahrsten Sinne des Wortes leben können und alle “Gruppen” -  Starke, Schwache, Bedürftige, Findige, Arbeitstätige, Arbeitslose, Kinder und Jugendliche, Familien – berücksichtigt.

Ich glaube – auch wenn ich kein Arbeitsmarktexperte bin – aus eigener Erfahrung, dass die Regelsätze für Erwachsene nicht steigen müssen.