Sunrise vs Sunset

Geschrieben: 10. September, 20:45 Uhr, Venice Beach, LA

Es war Henning, der mir bei Facebook im Vorfeld schrieb, dass der Bryce Canyon einer der schönsten National Parks in der Gegend sei. So ganz wollte ich das nicht glauben, denn immer noch waren wir in Utah. Aber Henning sollte Recht behalten. Am Sunrise Point starteten wir unseren “Hike” über den Sunset Point zunächst bergab. Das war schon ganz schön anspruchsvoll und eigentlich wollten wir nur einen 2,2 Milen “Spaziergang” machen. Unten angekommen sprach uns der x-te Amerikaner an, woher wir denn kämen. Er selbst war, wie viele Amerikaner, die uns bislang ansprachen, mit der Army zwei Jahre in Deutschland gewesen. Er riet uns noch einen weiteren Loop zumachen. Und wie Frauen nun einmal sind: Wenn Ihnen etwas gefällt, sind sie nicht zu bremsen. Aber in diesem Fall war das durchaus auch gut so. Dass, was wir auf den folgenden gut 3,4 sehr anspruchsvollen Milen zu sehen bekommen haben, war einfach nur toll. Die vielen, vielen Fotos zeugen davon.

Verschiedene Felsformationen in verschiedenen Farben bei tollem Sonnenschein und warmen Wetter. Der Reiseführer hatte recht, wenn er vom drittschönsten “Hike” der Welt sprach. Gut, dass wir den Amerikaner getroffen haben. Am Ende hatten unser imaginärer Milenzähler etwa 7 Milen auf der Uhr.

Auch hier kann ich nur wieder schreiben, dass dieser National Park sich wirlich lohnt. Dieser hier darf auf keinen Fall fehlen. Übrigens: Wer binnen 12 Monate mehr als drei National Parks besichtigen will, kann sich einen Annual Pass für 80 US-Dollar kaufen. Wer bis August 2011 noch einen braucht, kann sich mal vertrauensvoll an mich wenden.

Auf dem Weg zum Mounment Valley wollten wir dann Halt in der Stadt Page machen. Page ist eine naja nicht ganz kleine Stadt am Lake Powell direkt hinter der Staatsgrenze in Arizona. Dort schauten wir zunächst nach dem Stausee am Coloradoriver. Und unser Plan am nächsten Tag ein wenig die FüÜe in den Lake Powell zu halten, verfestigte sich, nachdem wir einen tollen Blick auf den Lake erhaschen konnten.

Die Motelsuchte gestaltete sich dann jedoch etwas anstrengend. Nicht ein einiziges Bett war mehr in den vielen, vielen Motels der Stadt zu bekommen. Ein netter Rezeptionist war dann so freundlich für uns im Umland zu telefonieren. Am Ende reservierte er uns ein Zimmer im Cowboy Inn. Die dazugehörige Stadt (wenn man überhaupt davon sprechen kann) hieÜ Big Water. Mittlerweile war es schon dunkel geworden und wir machten uns wieder auf den Weg zurück nach Utah, dort wo sich Big Water eben befand.

Doch wer glaubt, man würde Städte allein schon daran erkennen, dass die vielen Lichter ein bisschen Helligkeit spenden, der irrt in dem Fall. Nicht die Hand vor Augen konnte wir erkennen und recht schnell verzweifelten wir und wollten schon an einem verlassen Haus klopfen, als wir dann doch einen einzelnen Lichtschein sahen. Es war das Cowboy Inn.

Bleibt noch zu klären, wie und was das Cowboy Inn war. Zugegeben: ich hatte ein bisschen Bauchschmerzen als ich davon hörte. Der Name war ein bisschen Spooky, aber das alles war unbegründet. Wir hatten ein ordentliches Zimmer und am Ende bekamen wir noch ein Lagerfeuer für umme.

Dort trafen wir neben einem Pärchen aus Deutschland (Stuttgart), das nahe zu die selbe Westküsten-Tour machte wie wir, auch dänisches Paar. Dass Dänen schräg sind, hab ich mir schon gedacht, aber so? Die beiden jedenfalls erzählten, dass sie ihre Tour an der Ostküste in Washington begonnen hatten, nun vier Wochen unterwegs seien und ALLES mit dem Auto erreichen wollten. Beispielsweise dauerte ihre erste Tour von Washington nach Austin in Texas gut zwei Tage. Am Ende rechneten die beiden mit einer Gesamtmilenzahl von ca. 11000! Wow! Dafür muss man schon ein bisschen verrückt sein. Ansonsten waren auch die beiden ein nettes Paar und zu sechst unterhielten wir uns bis tief in die Nacht. Gut, dass wir im Cowboy Inn waren. Das bislang beste Motel mit dem gröÜten Flair.

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