Lincoln vs. Obama

geschrieben am 2. September, 20:45 Uhr in Hurrican (Westküste, nahe Zion Natonal Park)

Stell dir vor, du verbindest mit einer Stadt ein Wahrzeichen, dass du schon tausendmal im Fernsehen gesehen hast. Dann reist du in diese Stadt. Begeistert gehst du zu dem Wahrzeichen und was siehst du? Nichts. Das gibt es nicht? Na, dann fahr mal nach Washington D.C.. Das White House dürfte eines der bekanntesten Häuser der Welt sein. Unzählige Male abgefilmt und â??fotographiert. Doch wegen hoher Sicherheitsbestimmungen und so weiter und so fort ist kein rankommen an das WeiÜe Haus. So gut wie nichts sieht man von vorne und von hinten kann man ein bisschen mehr sehen. Mal abgesehen davon, dass ich es demokratietheoretisch für schwierig halte, wenn sich einen Administration so abschottet, bietet sich ein Vergleich mit Berlin an. Wobei eigentlich verbietet er sich auch. Denn: Sowohl dem ersten Mann im Staate (SchloÜ Bellevue) als auch der Regierungschefin (Bundeskanzleramt) kann man direkt auf die Tür schauen. Und das ist auch gut so!

Doch soll diese Tatsache kein wirklicher Makel an Washington sein. Es gib so viel anderes zu sehen. Da sind die vielen â??Memorialsâ??. Jedes Einzelne steht für einen der vielen Kriege der Amerikaner und die damit verbundenen unzähligen toten Soldaten. Da sind die Denkmäler für alte Präsidenten, allen voran der gute alte Abraham Lincoln, der an der â??National Mallâ?? über allem steht oder besser gesagt: sitzt.

Und wenigstens das Capitol ist für die Üffentlichkeit zugänglich. Ein spannender Rundgang auch, wenn man die eigentlichen Räume, in denen der Senat und das Repräsentantenhaus tagen, nicht zu Gesicht bekommt. Spannend auch hier, wie die Amerikaner in einem Film ihren Weg zur Demokratie beschreiben und sich selbst feiern. Nicht auszudenken, wie ein Film des Deutschen Bundestages aussehen würde…

Sehr beeindruckend ist auch ein Blick über den Arlington Cemetry (Friedhof). Schlichte, weiÜe Kreuze soweit das Auge reicht. Und immer wieder ältere Menschen, die nationale Symbole auf dem T-Shirt tragen oder offen zur Schau stellen, dass sie Veteran sind. Amerika und seine Kriege… Und wer schon auf dem Friedhof ist, der landet natürlich vor dem Grab von John F. Kennedy. Ein schlichtes ewiges Licht und eine groÜe Stahlplatte. Von Arlington hat man auch einen tollen Blick auf die Stadt. Am Grab des unbekannten Soldaten (des ersten und zweiten Weltkrieges) wird ständig eine Ehrenwache gehalten. Der Wachwechsel ist schon ein besonderes Zeremoniell.

Ach, auch über Washington lieÜe sich so viel schreiben. Die Eindrücke sind so vielfältig. Aber auch hier ist es beeindruckend zu sehen, wie freundlich und hilfsbereit die Amerikaner sind. Das ist schon sehr speziell.

Zum SchluÜ noch ein Wort zu Stephanie. Stephanie lebt seit Jahren in Washington. Sie war so nett uns einen Abend zu begleiten und ein bischen über ihre Stadt zu erzählen und uns ein paar Besonderheiten zu zeigen. Das war schon sehr lustig – nach dem gemeinsamen Essen (übrigens bekommt man stets Wasser für umme) wollten wir eigentlich zum Cemetry. Doch gestaltete sich das Autofahren selbst mit einer â??Ureinwohnerinâ?? als eher schwierig. Wir landet überall â?? aber nicht dort, wo wir hinkommen wollten. “Ups, schon wieder die falsche Abfahrt genommen. Mist, ich wollte doch auf die Brücke dahinten und nicht in diesen Park”. Irgendwann sind wir dann auch am Cemetry angekommen, aber da war die Sonne bereits lange untergegangen und der Friedhof hatte bereits geschlossen. Trotz allem groÜen Dank, an Stephanie. Es war ein toller Abend :) .

Mit Washington endet unsere Tour im Westen. Früh, sehr früh am Samstag ging es zum Airport, wo wir unsere Schuhe ausziehen mussten, damit wir überhaupt das Flugzeug nach San Francisco besteigen durften. Kathi musste sogar ihren Pullover ausziehen. Dachten die, sie hat eine Bombe in der Kapuze? Komische Amerikaner….Die erste Woche war groÜartig. Weitere werden folgen!

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