New York vs. der Rest der Welt

Geschrieben 30. Aug., 19:30 Uhr im Yosemite Park

Nahezu jeder Vergleich mit dem â??Big Appleâ?? hinkt. Die GröÜe der Stadt ist beeindruckend und das, obwohl man ja eigentlich nur in Manhattan ist. Die Lautstärke ist beeindruckend, die Anzahl der â??Yellow Cabsâ?? und die der amerikanischen Flaggen ist beeindruckend. Einfach alles ist unglaublich.

Es sind die kleinen Dinge, die manchmal cool sind, aber auch manchmal zum Kopfschütteln. Bis heute begreife ich nicht, warum man eine Air Condition überall einbaut und auf wahrscheinlich maximale Kühlung einstellt und gleichzeitig in den Subway-Stationen vor Hitze stirbt. Auch unbegreiflich wird mir zunächst bleiben wie viele verschiedene Polizeien diese Stadt hat. Klar, alle firmieren unter dem Namen â??NYPDâ??, aber da gibt es jene für â??Traffic enforcementâ?? und andere für die Metro.

Toll sind die Amerikaner aber trotzdem. Kaum, dass man hilflos mit drei riesigen Karten bewaffnet aus der Wäsche guckt, sprechen sie einen an und fragen, wo und wie sie helfen können. Meist ist dieses Angebot mit der Frage verknüpft, woher man den kommt. Bei Deutschland hat noch jeder begeistert reagiert. Aber offensichtlich ist in der amerikanischen Klischee-Schublade nicht mehr als FuÜball. Also fangen sie an über FuÜball zu sprechen. Dass sie mehr nicht wissen, zeigt sich dann, wenn sie völlig vielwissend tun, wenn man genauer sagt, woher man in Deutschland kommt.

New York in gut dreieinhalb Tagen mit Jetleg ist ganz schön viel. Und sicherlich kann man dort noch viel mehr Zeit verbringen. Aber für einen ersten Eindruck reicht es alle mal. Man merkt wie sehr 9/11 den New Yorkern noch auf der Seele brennt. Die Riesenbaustelle, die Kappelle und das Informationszentrum zum Wiederaufbau sind nur einige Indizien dafür. Die übertriebenen Sicherheitskontrollen, die nervig sind und das Land unsympathischer wirken lassen, als es eigentlich ist ein, könnte ein anderes sicheres Indiz sein.

Leider hat das Wetter in den Tagen nicht ganz mitgespielt, aber wenigstens war es bis auf wenige Ausnahmen trocken. Den Blick vom Rockefeller Center konnten die vielen Wolken zum Glück nicht trüben. Und auf dem Lichtdurchfluteten Times Square hat man eh immer das Gefühl, dass erstens die Sonne scheint und zweitens, dass man gleich an Reizüberflutung stirbt.

Aufregende Tage, aber die Abreise im traditionellen Greyhound-Bus war unaufschiebbar.

I love New York irgendwie, und wenn es nur eine Hassliebe wird, irgendwann vielleicht.

Schreibe einen Kommentar