Weihnachten vs. 2008

Dresden – Prag – Dortmund – Stuttgart – Wanne-Eickel – Moers – Münster – Dresden. So sieht mein Reiseplan “zwischen den Jahren” aus. Begonnen hat es bereits am vergangenen Donnerstag, als ich von Münster mit meiner Freundin den vierten Advent in Prag verbracht habe. Das Schengener Abkommen war gerade erst ein paar Stunden alt, als wir die Grenze übertraten. Was wir aber fast vergessen hatten, war die Tatsache, dass man in Tschechien nicht mit dem Euro zahlen kann – noch nicht. Also mussten wir uns als erstes in Prag tschechische Kronen organisieren. Der Umrechnungsfaktor liegt übrigens bei 26,4. Gut, dass ich Mathe Leistungskurs in der Schule hatte.

Prag ist eine Reise wert. Problematisch ist die Sprache und die zu meist nur einsprachigen Schilder. Da versteht man nicht viel und die Orientierung wird dadurch nicht vereinfacht. Aber mit unserem Zimmer auf einem Schiff auf der Moldau unweit der historischen Altstadt, war die gesamte Stadt für uns fussläufig zu erreichen. Ob Karlsbrücke oder Prager Burger, alles haben wir uns angeschaut. Am Sonntag, unserem letzten Tag, haben wir uns dann auf die Pfade der prager Juden begeben. In einem Stadtteil von Prag stehen mehrere Synagogen, die über das Schicksal der Juden in Böhmen und Mähren vor, während und nach der Nazi-Diktatur berichteten. Sehr bedrückend waren die Berichte und Zeichnungen von Kindern, die ab 1939 zunächst nach Theresienstadt und später dann nach Ausschwitz gebracht wurden. Vor dem Holocaust lebten rund 170.000 Juden dort, mehr als 75.000 wurden durch die Nazis getötet. Diese Namen konnte man in einer Synagoge auf den Wänden samt Geburtsts- und Totestag nachlesen. Heute leben in Prag lediglich noch ca. 1600 Juden. Diese zwei, drei Stunden sind ein muss für jeden Deutschen in Prag. Es erinnert an die Verpflichtung eines jeden so etwas nicht wieder geschehen zu lassen.

Von Prag ging es dann mit dem Flieger nach Dortmund. EasyJet macht es möglich. Die Deutsche Bahn, die ja bald nur noch BAHN heiÜt, beförderte mich dann nach Stuttgart. Hier sitze ich nun, verbringe Weihnachten und blogge diese Zeilen. Am Donnerstag geht es wieder ins Ruhrgebiet, bevor ich Silvester in trauter Runde wieder in Münster verbringen werden.

In diesem Sinne allen noch ein frohes (Rest-)Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2008. MutmaÜlich war das der letzte Eintrag in diesem Jahr.

Best Wisches

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