Köhler vs. Christiansen

Das Studio in der Nähe des Ku’damm bleibt leer. Denn auch Frank Plasberg ist in der Sommerpause. Und Sabine Christiansen ist weg – für immer. Spiegel Online vergleicht die Sendung in einem sehr guten Artikel mit McDonald. Keiner gehe hin, aber die Burger gingen weg wie warme Semmeln. Focus gähnt zum Abschluss ein leises Servus.

Die letzte Sendung war wahrlich kein Knaller. Das lag vor allem an dem Sendungskonzept. Nur ein Gast, nämlich – Ehre wem Ehre gebührt – Bundespräsident Horst Köhler. Soweit so gut. Im Publikum sassen einige “Experten”. Oftmals waren sie so Experten wie der Wirt aus der Kneipe nebenan. Sie durften genau eine Frage stellen, nicht ohne aber vorher eine verbale Verbeugung vor dem Herrn Bundespräsidenten zu machen. Respekt ist gut, Demut ist übertrieben! Doch auch Frau Christiansen schien über Verbeugen nicht hinaus zu kommen, wirkte sie doch als bessere unkritische Stichwortgeberin. Leider ist unser Bundespräsident nicht das was man eine Mediensau nennen würde. Er ist kein Entertainer. Er ist eben Bundespräsident. Also antwortete er brav und leider auch in Allgemeinplätzen und Floskeln. Zeitweise hatte ich den Eindruck er sei erschrocken gewesen über derartige unkritische Balkonfragen á la: Steuerrecht: Wie sehen Sie das?

Und so plätscherte die Sendung so dahin und die einzig spannenden Fragen des Abends waren: Wird Frau Christiansen weinen? Und wie wird Anne Will in ihrem Teaser auf die Tagesthemen auf die letzte Sendung reagieren? Nein Frau Christiansen hat nicht geweint, und nein, Frau Will ist nicht direkt auf Christiansen eingegangen, sie meinte nur als, als sie die Thematik Brown-Blair ankündigte: “mehr Abschiede gleich in den Tagesthemen.”

Sehr nett war noch dies: Ein an das Fenster klopfender Jauch in der Dittsche-Extra-Folge, doch wie im richtigen Leben hat man auch hier Jauch nicht gelassen.

Dennoch: Auch wenn es langweilig daher kam hatte Köhler recht: Wir brauchen ein grundlegend neues Steuersystem, dass die Bürger verstehen, wir müssen auch militärisch Verantwortung in der Welt übernehmen und gleichzeitig die nicht-militärische Hilfe voran treiben und wir müssen wesentlich mehr für Bildung und Integration junger Menschen in Deutschland tun.

Er hat das Richtige gesagt, ohne dass es richtig zu sagen. Vertan sprach der Hahn

Best Wisches

1 Kommentar von "Köhler vs. Christiansen"

  1. DDH's Gravatar DDH
    5 Juli 2007 - 1:40 pm | Permalink

    Ich bin blo� froh, da� die Saftschubse endlich weg ist! Damit ist die �ra Schröder auch im TV endgültig vorbei!!!

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