Rektorin vs. Studierende

uni_pol2.jpgDer so genannte Kampf gegen Studiengebühren an der Uni Münster hat in dieser Woche an Schärfe zugenommen. Zum erstenmal fuhr ein GroÜaufgebot der Polizei vor das Schloss der Uni und baute eine wie ich immer wieder finde imposante Drohkulisse auf. Im Schloss selbst sollte gestern in einer Senatssitzung zumindest über Studiengebühren diskutiert werden. Für Radio Q habe ich am Mittwoche den ganzen Tag berichtet und im Campus-Bereich auf der Homepage sind Beiträge und zahlreiche Fotos nachzulesen bzw. anzuschauen.

Zu Studiengebühren kann man stehen wie man will. Sicherlich gibt es gut Gründe um dafür oder dagegen zu sein. Doch mussten beide Seiten, also die Studierendenschaft auf der einen Seite und die Universitätsleitung auf der anderen Seite, sich so gegenseitig provozieren? Kann man eine Üffentlichkeit herstellen, in dem 15 Eintrittskarten an Studierende verteilt und des weiteren versucht durch einen offensichtlich überforderten privaten Sicherheitsdienst den hunderten Studierende den Zutritt zuverweigern? Muss man auf einer Vollversammlung Redner ans Mikro lassen, die demagogische Reden in einer Art und Weise halten, die an dunkelste Zeiten der deutschen Vergangheit erinnern lassen? Muss dabei dann immer wieder die Demokratie heraufbeschworen und gesagt werden, dass Demokratie alles darf? Muss eine solche Sitzung in einem derart kleinen Raum stattfinden, dass nicht einmal alle Journalisten Platz finden?

senat_handorf.jpgDoch damit nicht genug. Am Samstag hielt der Senat seine Sitzung dann im entlegenen THW-Gebäude auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Handorf ab. Geschützt wurde die Sitzung von einem GroÜaufgebot der Polizei. Doch musste das sein? Vor dem Tagungsgebäude demonstrierten ca. 400 Studierende. Von den Offiziellen der Universitätsleitung lieÜ sich am Eingang kaum jemand blicken. Hätte man diese Sitzung nicht auch zu einer “zivilen” Zeit an einem anderen Werktag als einem Samstag im Schloss durchführen können? Sicher, die Polizei war nötig, aber die hätten ihren wirklich guten Job auch in der Innenstadt gemacht. Auch an diesem frühen Samstag war ich ab 7.30 Uhr Vorort und habe über fünf Stunden für Radio Q live aus der Sitzung berichtet. Bilder haben meine Kollegen Dominik und Stefan gemacht. Ein ausführlicher Artikel wird alsbald bei Radio Q zu lesen sein.

Die Rektorin zeigte sich von den Umständen zumindest äuÜerlich unbeeindruckt. Doch mit welchem Ziel sie das so genannte Eckpunktpapier des Rektorats eingebracht hat, bleibt auch nach der Sitzung unklar. Will sie nun Studiengebühren oder will sie keine? Durch das Absagen von Neujahrsempfängen, weil die Sicherheit der Gäste nicht gewährleistet werden kann, durch das Kriminalisieren von Studierenden und durch das Durchführen von Senatssitzung soweit drauÜen, wird jedoch kein Vertrauen zwischen der Universitätsleitung und den Studierenden geschaffen.

Es ist Zeit – für beiden Seiten – wieder auf einander zuzugehen.

Best Wisches

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